Comisiones Obreras und UGT haben die sogenannten „Schwarzen Mittwoche“ bei Telemadrid ausgerufen, um von der Leitung des regionalen Senders unter anderem Unabhängigkeit und objektive Berichterstattung zu fordern. „Wir verlangen wirksame Garantien für die berufliche Unabhängigkeit, die Informationsvielfalt und die Objektivität der Inhalte von Radio Televisión Madrid“, heißt es in dem Aufruf. Gleichzeitig unterstützen dieselben Gewerkschaften umstrittene Sendungen bei RTVE wie „Mañaneros“ oder „Malas Lenguas“, die vom Informationsrat von TVE wegen ihrer politischen Parteinahme zugunsten der Regierung kritisiert wurden. Der Informationsrat von TVE hatte die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Senders dazu aufgerufen, freitags Schwarz zu tragen – wie schon unter der Regierung der PP –, um gegen die ständigen Versuche der Senderleitung zu protestieren, eine Umfrage zu verhindern, mit der über Protestmaßnahmen gegen diese Sendungen und deren Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit von TVE entschieden werden sollte. Auch die mangelnde Objektivität dieser Programme, die das Ansehen des gesamten Senders beeinträchtigten, war ein Grund für den Protest. Doch weder CCOO noch UGT – die bei RTVE die Mehrheit stellen – unterstützten diese Initiative, die inzwischen eingestellt wurde. Dieselben Gewerkschaften, die bei RTVE untätig bleiben, haben nun jedoch die „Schwarzen Mittwoche“ bei Telemadrid ausgerufen, ein Jahr vor den Regionalwahlen. „Wir sind besorgt über jede Maßnahme, die die berufliche Unabhängigkeit schwächen, die Mitbestimmungsmöglichkeiten einschränken oder die Glaubwürdigkeit der Nachrichten und Inhalte von RTVM weiter beeinträchtigen könnte“, heißt es in der Mitteilung an die Belegschaft des öffentlich-rechtlichen Senders in Madrid. Die Gewerkschaften CCOO und UGT rufen die Belegschaft angesichts der „aktuellen Situation unseres Unternehmens“ zum Handeln auf. „Die Beschäftigten von RTVM möchten ihre Besorgnis über die Lage unseres Unternehmens zum Ausdruck bringen. Die geplanten Änderungen an der Grundsatzcharta, das Fehlen echter Verhandlungen mit der gesetzlichen Arbeitnehmervertretung und das Ausbleiben von Fortschritten bei wesentlichen Fragen für die Belegschaft führen zu wachsendem Unmut“, erklären sie. Zu den Forderungen an die Geschäftsleitung zählen die Einführung der 35-Stunden-Woche und die Förderung von Vorruhestandsregelungen, neben weiteren Punkten. Sie rufen zur Teilnahme an den „Schwarzen Mittwochen“ und zu einer Kundgebung an diesem Mittwoch unter dem Motto „Für ein öffentliches, unabhängiges RTVA mit Rechten. Ohne Unabhängigkeit kein öffentlicher Dienst. Ohne Rechte keine Zukunft für RTVM“ auf. Read More

UGT und CCOO rufen zu den „schwarzen Mittwochen“ für die Informationsvielfalt bei Telemadrid auf, während sie bei RTVE schweigen.
- by stefan