Das Fehlen von Haushaltsplänen zwingt dazu, auf die Rücklagen der Kasse von Muface zurückzugreifen, die sich laut Warnungen der Gewerkschaft CSIF derzeit im Minus befinden könnten. Laut Angaben aus dem Bericht beliefen sich diese Rücklagen zum 31. Dezember 2024 auf 282,2 Millionen Euro (Seite 98 des Berichts). Um jedoch den haushaltsrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und die Gesundheitsvereinbarung zu finanzieren, musste die Kasse Rücklagen in Höhe von 349 Millionen Euro verwenden. Gleichzeitig wird kritisiert, dass seit dem vergangenen Jahr insgesamt 14.000 Personen die Gesundheitsvereinbarung verlassen haben, um in das öffentliche Gesundheitssystem zu wechseln (7.664 im Jahr 2025, 4.281 im Januar 2026 und 2.051 im Juni), wobei diese Option seit Inkrafttreten der genannten Vereinbarung um sechs Prozentpunkte zugenommen hat.
Im Bericht zur neuen Vereinbarung fällt zudem der Rückgang der Aktivitäten in den Sprechstunden der Primärversorgung auf (230.941 weniger im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres), wobei insbesondere der Rückgang in der Pädiatrie hervorsticht (von 184.259 Konsultationen im zweiten Halbjahr 2024 auf 159.549 im Jahr 2025, was einer Veränderung von -13,4 Prozent entspricht). Auch in der spezialisierten Versorgung wurden 150.000 Konsultationen weniger verzeichnet: Die Fachrichtungen mit der höchsten Nachfrage waren Traumatologie (-7,3 Prozent), Augenheilkunde (-8,9 Prozent) sowie Geburtshilfe und Gynäkologie (-10,1 Prozent).
Rückgang der diagnostischen Aktivitäten bei Muface
Schließlich hebt die CSIF auch den Rückgang der diagnostischen Aktivitäten hervor, wobei die deutlichsten Rückgänge bei der einfachen Radiologie (-13,4 Prozent), Ultraschall und Doppler (-15,5 Prozent) sowie der Computertomographie (-20,8 Prozent) zu verzeichnen sind. Angesichts dieser Situation warnt die CSIF, dass sie wachsam bleiben wird und, falls die Regierung nicht transparent über diese Lage informiert und keine Garantien für eine angemessene Versorgung sowie für die Zukunft der Finanzen bietet, „wir gezwungen sein werden, die Mobilisierungen wieder aufzunehmen, um die Lebensfähigkeit und Nachhaltigkeit des Verwaltungs-Mutualismus zu verteidigen“. Zudem warnt sie, dass der Rückgang bei diagnostischen Untersuchungen und Eingriffen auf Ablehnungen seitens der Unternehmen und der gemeinsamen Kommissionen von Muface zurückzuführen sein könnte.
Darüber hinaus hat die Gewerkschaft eine Beschwerde über die Reform des Muface-Statuts eingereicht, die die Kontrollmöglichkeiten der im Rat vertretenen Gewerkschaften eingeschränkt hat. Parallel dazu nimmt die CSIF an der Arbeitsgruppe zum Verwaltungs-Mutualismus und zu den Ruhestandsklassen im Rahmen des im vergangenen November unterzeichneten Rahmenabkommens zur Verbesserung der öffentlichen Beschäftigung und des Bürgerservices teil. Unter anderem fordert die CSIF eine Verbesserung der Qualitätsstandards der Versorgung, die den öffentlichen Bediensteten geboten wird, sowie die Beseitigung jeglicher Diskriminierung bei der Versorgung im Vergleich zum allgemeinen System der Sozialversicherung. Read More
