Im Jahr 2007 schrieb der MIT-Professor Olivier Blanchard einen bedeutenden Artikel über die Leistungsbilanzdefizite und die Gesamtwirtschaft Portugals. Er wies darauf hin, dass Länder der Eurozone nicht mehr die Möglichkeit haben, solche Probleme durch eine Abwertung der nationalen Währung zu lösen, da sie offensichtlich keine eigene Währung mehr besitzen. Die einzige verbleibende Lösung, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft wiederzuerlangen, bestand daher darin, zu nominalen Lohnkürzungen zu greifen, die seiner Meinung nach letztlich denselben Effekt wie eine erfolgreiche Abwertung hätten. Wenige Jahre später war Blanchard Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, und die Wahl der sogenannten „internen Abwertung“ – wie diese Praxis genannt werden sollte – wurde in unserem Land erprobt: Im Rahmen der Memoranden kam es zu erheblichen nominalen Lohnkürzungen, da der IWF einer der Gläubiger des Landes und somit Teil der Troika war, die die Politik diktierte. Natürlich brachte die interne Abwertung, wie auch andere Maßnahmen, nicht die erhoffte Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, sondern führte zu einer wirtschaftlichen Schrumpfung, die in ihrem Ausmaß nur mit den Folgen eines großen Krieges oder der Großen Depression der 1930er Jahre vergleichbar war. Obwohl ab einem bestimmten Zeitpunkt, insbesondere nach dem Ausstieg aus den Memoranden, sowohl der Mindestlohn als auch die Gesamtvergütungen der Arbeitnehmer wieder zu steigen begannen, hinterließ die zuvor erfolgte interne Abwertung eine tiefe und schmerzhafte Spur, die weiterhin spürbar ist. Wie die jährliche Studie des INE-GSEE feststellt, blieb der durchschnittliche jährliche Nominallohn in unserem Land im Jahr 2025… Read More
