Das Berufungsgericht von Paris hat die Unternehmen Airbus, den Hersteller des Flugzeugs, und Air France, den Betreiber des Fluges, wegen fahrlässiger Tötung im Zusammenhang mit dem Unfall des Fluges Rio de Janeiro–Paris am 1. Juni 2009 verurteilt. Beide Unternehmen wurden dazu verurteilt, jeweils 225.000 Euro zu zahlen. Bei dem Unglück kamen 228 Menschen ums Leben. In erster Instanz waren Airbus und Air France im Jahr 2023 freigesprochen worden. Dieser Freispruch hatte bei den Angehörigen Empörung ausgelöst. Die französische Staatsanwaltschaft hatte jedoch im Berufungsverfahren Strafen gegen beide Unternehmen gefordert. Die Richterin befand in ihrem Urteil, dass beide Unternehmen schuldig seien, nicht genug getan zu haben, um das Unglück zu verhindern. Die Entscheidung fällt 17 Jahre nach dem Unfall. Das Unglück wurde durch einen Ausfall des Navigationssystems des Flugzeugs ausgelöst, das eingefroren war. Die Piloten erhielten fehlerhafte Navigationsinformationen, was schließlich dazu führte, dass das Flugzeug etwa 1.000 Kilometer vor der brasilianischen Küste in den Atlantik stürzte. Airbus wurde verurteilt, weil das Unternehmen kein Gerät mit ausreichenden Sicherheitsgarantien angeboten hatte, während Air France verurteilt wurde, weil sie ihren Piloten nicht die notwendige Ausbildung gewährte. An Bord des Flugzeugs befanden sich Passagiere aus 33 Nationen, darunter 61 Franzosen, 58 Brasilianer, zwei Spanier und ein Argentinier. Die Besatzung bestand aus elf Franzosen und einem Brasilianer.
Airbus legt Berufung beim Obersten Gerichtshof ein. Airbus hat bereits angekündigt, nach der Verurteilung wegen „fahrlässiger Tötung“ beim Obersten Gerichtshof Berufung einzulegen. „Der Rechtsstreit geht weiter“, sagte der Airbus-Anwalt Simon Ndiaye. Im Gegensatz dazu bedauerte die Vereinigung der Familien und Angehörigen der Opfer des Fluges AF477 die Entscheidung von Airbus und forderte das Unternehmen auf, diese zu überdenken. Nach Angaben der Nebenklage setzt die Berufung die gegen Airbus und Air France verhängte Geldstrafe aus, und sollte das höchste Gericht dem stattgeben, könnte dies den Weg für einen neuen Prozess ebnen. Read More
