Telefónica hat den Verkauf ihres historischen Firmensitzes in der Gran Vía 28 in Madrid an den Immobilienunternehmer Tomás Olivo für 200 Millionen Euro abgeschlossen. Der Vertrag wurde in dieser Woche beurkundet, nachdem im Mai eine Einigung zwischen beiden Parteien erzielt worden war. Damit scheidet eines der Gebäude, das am engsten mit der hundertjährigen Geschichte des Telekommunikationsunternehmens verbunden ist, aus dem Besitz von Telefónica aus. Der Verkauf ist Teil des von Marc Murtra eingeleiteten Strategiewechsels, mit dem Telefónica Kosten und Schulden senken will, bevor eine neue Wachstumsphase eingeleitet wird. Das Unternehmen hatte ursprünglich einen höheren Verkaufspreis angestrebt und wollte in den ersten Verhandlungsrunden 300 Millionen Euro erzielen, was letztlich jedoch nicht erreicht wurde – vermutlich auch eine Frage des Timings. Das Gebäude war Ende 2025 mit Rothschild als Berater zum Verkauf angeboten worden.
Während des Prozesses zeigten mehrere Interessenten Interesse, darunter Bain Capital gemeinsam mit Drago Capital, Prime Investors Capital, die Brüder Rafael und Borja Ardid, Terralpa und Generali. Der Denkmalschutz des Gebäudes erschwerte jedoch die Transaktion, da die Stadt Madrid nicht beabsichtigte, die derzeitige Nutzung als private und kulturelle Infrastruktur zu ändern, um eine gewerbliche Nutzung zu ermöglichen. Diese Einschränkung minderte die Attraktivität der Immobilie und führte dazu, dass mehrere Angebote an Wert verloren. Olivo führte die Verhandlungen parallel weiter und legte schließlich das siegreiche Angebot vor. Im Anschluss kam es zu Differenzen bezüglich des festen und variablen Teils der Transaktion. Letztlich einigten sich die Parteien auf eine Verteilungsformel, die an die Entwicklung des neuen Projekts gekoppelt ist, wobei keine weiteren wirtschaftlichen Details bekannt wurden.
Das Gebäude spielt eine bedeutende Rolle in der Geschichte der spanischen Telekommunikation und der Stadt Madrid selbst. Es wurde zwischen 1926 und 1929 erbaut und war das erste große Hauptquartier von Telefónica; von hier aus wurde die erste Telefonverkabelung Madrids verlegt. Der Bau wurde vom Architekten Ignacio Cárdenas im Auftrag von ITT, damals Anteilseigner des Betreibers, unter dem Einfluss der ersten modernen Wolkenkratzer New Yorks entworfen. Zudem war es bis zum Bau des Edificio España im Jahr 1953 das höchste Gebäude Spaniens. Die Gran Vía 28 blieb jahrzehntelang der Sitz von Telefónica, bis das Unternehmen 2006 sein Unternehmenszentrum in den Distrito Telefónica, einen 200.000 Quadratmeter großen Campus in Las Tablas, verlegte. Heute beherbergt das historische Gebäude weiterhin Ausstellungsräume und Einrichtungen der Fundación Telefónica sowie weitere Nutzungen. Read More
