Madrid muss über Barajas hinausblicken. Diese Warnung gibt das Madrid Foro Empresarial aus, das eine langfristige Flughafenplanung fordert und den schrittweisen Umzug der allgemeinen und geschäftlichen Luftfahrt von Cuatro Vientos zum zukünftigen Flughafen Madrid Süd vorschlägt. Der Vorschlag kommt zu einem besonders bedeutenden Zeitpunkt: Aena selbst hat kürzlich eingeräumt, dass einige Terminals des Flughafens Adolfo Suárez Madrid-Barajas während der Spitzenzeiten Kapazitätsengpässe aufweisen. Anstatt die Schaffung eines zweiten Flughafens zu unterstützen, hat das Unternehmen für seine Madrider Anlagen eine Investition von 4,488 Milliarden Euro angekündigt, die hauptsächlich mit der Erweiterung von Barajas verbunden ist. Für das Madrid Foro Empresarial sollte die Debatte jedoch nicht darauf beschränkt sein, Barajas weiter auszubauen. Die Organisation ist der Ansicht, dass Madrid ein echtes Flughafensystem mit mehr als einer Infrastruktur benötigt und dass der Umzug der allgemeinen und geschäftlichen Luftfahrt von Cuatro Vientos die Grundlage für die Entwicklung des zukünftigen Madrid Süd schaffen würde. „Madrid kann seine flughafentechnische Zukunft nicht weiter durch mangelnde Planung aufs Spiel setzen; die großen europäischen Hauptstädte sind uns seit Jahrzehnten voraus“, betont Hilario Alfaro, Präsident des Madrid Foro Empresarial. Die Unternehmerorganisation ist der Meinung, dass die Nutzung von Cuatro Vientos als Argument gegen eine zweite Infrastruktur eine strategische Chance verspielt. Ihr Vorschlag sieht vor, die allgemeine und geschäftliche Luftfahrt schrittweise zum zukünftigen Madrid Süd zu verlegen und zudem einen Teil des Geländes von Cuatro Vientos für neue Wohnentwicklungen freizugeben. Dieser Ansatz betrifft auch die Wachstumsmöglichkeiten von Barajas. Das Madrid Foro Empresarial erinnert daran, dass die Fluggesellschaften schon seit einiger Zeit mehr Flughafenkapazität für die Hauptstadt fordern, und argumentiert, dass eine zweite Infrastruktur die Umverteilung von Flugbetrieb, die Aufnahme der allgemeinen und geschäftlichen Luftfahrt, eines Teils des Luftfrachtverkehrs und gegebenenfalls neuer kommerzieller Flüge ermöglichen würde.
Die Forderung der Wirtschaft findet Unterstützung im Tourismussektor. Carlos Garrido de la Cierva, Präsident des Tourismusrates, hält es für „sehr positiv“, dass Madrid über einen zweiten Flughafen verfügen könnte, da dies den bestehenden Flughafen entlasten und die Überlastung verringern würde. „Die Infrastruktur wird zu klein“, sagt Garrido, der meint, dass eine zweite Flughafeninfrastruktur die Zahl der Flüge erhöhen und neue Investitionen fördern würde, was sich direkt positiv auf den Tourismus auswirkt. Der Präsident des Tourismusrates hebt außerdem hervor, dass Madrid im Vergleich zu anderen großen europäischen Hauptstädten, die über mehrere Flughäfen verfügen, eine besondere Position einnimmt. Seiner Ansicht nach würde eine zweite Infrastruktur die Konnektivität der Hauptstadt stärken und ihre Wachstumsmöglichkeiten erweitern. Read More
