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El EZB hält die Zinsen bei 2,25 %, aber Lagarde erklärt den Zyklus der Erhöhungen noch nicht für beendet.

Wie von den Wettmärkten erwartet, hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer heutigen Sitzung am 23. Juli die Leitzinsen unverändert gelassen, nachdem sie diese im Juni um 25 Basispunkte angehoben und den Einlagensatz auf 2,25 % festgesetzt hatte. Mit anderen Worten: Lagarde hat sich an das erwartete Drehbuch gehalten. Über diese Pause hinaus wird das Szenario jedoch deutlich weniger vorhersehbar, und die EZB könnte gezwungen sein, entschlossenere Maßnahmen zu ergreifen als bislang angenommen. Die Zentralbank benötigt Zeit, um die Auswirkungen der letzten Zinserhöhung zu bewerten und zu prüfen, inwieweit die Entwicklung des Konflikts im Iran und Nahen Osten – insbesondere durch steigende Energiepreise – eine erneute Straffung der Geldpolitik zur Eindämmung der Inflation erforderlich macht. Die jüngsten Prognosen der EZB gehen von einer durchschnittlichen Inflation von 3 % im Jahr 2026 und 2,3 % im Jahr 2027 aus, was weiterhin über dem Zielwert von 2 % liegt.

Blick auf den September: Die nächste Reaktion der EZB könnte daher im September mit einer weiteren Anhebung um 25 Basispunkte erfolgen. Danach wird es darauf ankommen, wie sich der geopolitische Konflikt entwickelt und in welchem Ausmaß sich dies auf die Preise für Energie, Güter und Dienstleistungen auswirkt. Laut Pedro Ruiz, Analyst bei Kelisto, rechnen die Märkte bereits fest mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September, halten aber auch eine zweite Anhebung bis Anfang 2027 für möglich. In diesem Zusammenhang bewegt sich der 12-Monats-Euribor um die 2,8 % und spiegelt damit die Erwartung höherer Zinsen über einen längeren Zeitraum wider.

Auf der anderen Seite könnte der US-amerikanische politische Kalender als dämpfender Faktor wirken. Die Zwischenwahlen finden Anfang November statt, und eine Fortsetzung des Konflikts – insbesondere wenn sie die Energie- und Benzinpreise weiter steigen lässt – könnte die Wahlkosten für die Republikanische Partei erhöhen. Dies könnte die Regierung von Donald Trump dazu veranlassen, eine Deeskalation anzustreben, wobei dies eine schwer vorhersehbare politische Variable ist, deren Ausgang von der Entwicklung des Konflikts abhängt.

Ausblick bis Ende 2026: Für die kommenden Monate erwartet der Experte keine Rückkehr zu den starken Zinserhöhungen der Jahre 2022 und 2023, sondern eher begrenzte und datenabhängige Schritte. Das wahrscheinlichste Szenario sieht eine Pause im Juli und eine oder zwei weitere Anhebungen um 25 Basispunkte zwischen September und Anfang 2027 vor, falls die Inflation weiterhin hartnäckig bleibt und Zweitrundeneffekte auftreten. Für Sparer bedeutet dies, dass es im Sommer und zu Beginn des Herbstes noch punktuelle Verbesserungen bei der Verzinsung von Konten und Einlagen geben könnte, auch wenn nicht alle Banken die EZB-Entscheidungen gleich schnell oder in gleichem Maße weitergeben werden. Read More

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