Eine überwältigende Mehrheit der Spanier wünscht sich eine Reform des Rentensystems, um auch in Zukunft Renten beziehen zu können. Laut einer internationalen Umfrage von Allianz Research sprechen sich 85 % der Bürger für eine Reform des Systems aus – der höchste Wert in ganz Europa. Gleichzeitig vertrauen 58 % darauf, dass die Regierungen die notwendigen Maßnahmen ergreifen werden, um die Renten zu sichern; auch dies ist der höchste Wert unter den EU-Ländern. Die Regierung von Pedro Sánchez hat wiederholt betont, dass das Rentensystem nicht gefährdet sei, während sie gleichzeitig Maßnahmen zur Ausgabensenkung ergreift. So wurden die Sozialabgaben erhöht, um die Rücklagen aufzufüllen und die Renten der Babyboomer-Generation zu finanzieren. Außerdem werden Bürger belohnt, die ihren Ruhestand hinauszögern, während Frühverrentungen bestraft werden. Gleichzeitig verfügte Sánchez nach seinem Amtsantritt im Moncloa-Palast eine Anpassung aller Renten an die Inflation und hob damit die von der Regierung Mariano Rajoy eingeführte Reform auf, die zur Bewältigung der vorherigen Wirtschaftskrise und zur Ausgabensenkung die Rentenanpassung bei Defiziten auf 0,25 % begrenzte. Darüber hinaus hat Sánchez die Kredite und direkten Transfers aus dem Staatshaushalt an das Rentensystem massiv erhöht, sodass heute mehr denn je Steuergelder wie die Einkommens- oder Mehrwertsteuer zur Finanzierung der Renten und anderer Sozialleistungen verwendet werden. Angesichts dieser Situation befürwortet die Mehrheit der Spanier Maßnahmen zur Reform des Rentensystems, um auch künftig Renten beziehen zu können. 58 % vertrauen darauf, dass die Regierungen diese erfolgreich umsetzen – ein höherer Anteil als in Deutschland oder Italien, aber niedriger als in den USA (66 %) oder Polen (63 %). Was die Lösungen betrifft, so sprechen sich 30 % der Befragten dafür aus, die private Vorsorge als wichtigste Maßnahme zur Sicherung der künftigen Nachhaltigkeit des Systems zu fördern – deutlich vor Alternativen wie Steuer- oder Beitragserhöhungen, die nur von 15 % unterstützt werden. Die Spanier liegen damit über dem internationalen Durchschnitt von 29 %, wenn es darum geht, die private Vorsorge als erste Option für ihre Zukunft zu sehen. Trotz des Trends zur privaten Vorsorge erwarten zwei von drei Spaniern (66 %), dass die staatliche Rente weiterhin ihre wichtigste Einkommensquelle im Ruhestand bleibt. Zudem geben 26 % an, keine klare Vorstellung von ihrer finanziellen Situation nach dem Berufsleben zu haben, und nur eine Minderheit kann realistisch einschätzen, wie lange sie im Ruhestand sein wird. Der Chefökonom und Investmentdirektor von Allianz SE, Ludovic Subran, erklärte, die Umfrage zeige, dass die Bürger die Herausforderungen der Rentensysteme „klar erkennen“, während gleichzeitig ein „erhebliches Misstrauen“ gegenüber der politischen Umsetzungsfähigkeit bestehe. Read More

85 % der Spanier fordern eine Reform des Rentensystems, um die Nachhaltigkeit des Systems zu gewährleisten.
- by stefan