Die US-Börsen bleiben weiterhin nahe an ihren historischen Höchstständen, angetrieben vom Boom der Künstlichen Intelligenz. Allerdings führen die hohen Bewertungen dazu, dass Vermögensverwalter ihren Fokus erweitern und nach Chancen außerhalb der Wall Street suchen. In diesem Zusammenhang rücken asiatische Aktien und Schwellenländeranleihen als zwei der wichtigsten Alternativen für Investoren in den Vordergrund. Bei DWS ist man der Ansicht, dass der Markt zu viel Aufmerksamkeit auf die US-Technologieriesen richtet und dabei jene Unternehmen übersieht, die die notwendige Infrastruktur für die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz bereitstellen.
Taiwan und Südkorea im Fokus: „Wenn von Künstlicher Intelligenz die Rede ist, denkt man fast zwangsläufig zuerst an die US-Technologiegiganten. Die Hauptprofiteure sitzen jedoch in Asien, genauer gesagt in Taiwan und Südkorea“, erklären die Experten. Laut der Fondsgesellschaft sind viele Unternehmen aus beiden Märkten zu unverzichtbaren Zulieferern von Halbleitern und Komponenten für Rechenzentren geworden, was die Nachfrage hoch hält und ein Gewinnwachstum begünstigt, das sich noch nicht vollständig in den Börsenbewertungen widerspiegelt. „Trotz dieser beeindruckenden Zahlen bleibt das Aufwärtspotenzial intakt“, so DWS weiter. Die Bewertungen seien trotz der starken Kursanstiege weiterhin relativ moderat, was vor allem auf das außergewöhnlich dynamische Gewinnwachstum der Unternehmen zurückzuführen sei. Die Gesellschaft erläutert, dass der Konsens für taiwanesische Unternehmen in diesem Jahr einen Gewinnanstieg von 35 % und im nächsten Jahr von weiteren 23 % erwartet, während das prognostizierte Wachstum bei den Unternehmen des Kospi-Index sogar 168 % beträgt. DWS warnt jedoch auch vor den Risiken, die mit dieser Chance einhergehen, insbesondere aufgrund der Abhängigkeit vom US-Aktienmarkt. „Sollte die Investitionstätigkeit im Bereich KI in den USA nachlassen, hätte dies erhebliche negative Auswirkungen auf die Aktienmärkte in Taiwan und Südkorea“, heißt es.
Schwellenländeranleihen im Blick: Das erneute Interesse an Schwellenländern beschränkt sich nicht nur auf Aktien. Bei Vontobel ist man der Meinung, dass die Verbesserung des makroökonomischen Umfelds nach mehreren Jahren von Kapitalabflüssen auch Anleihen aus Schwellenländern wieder attraktiver macht. Adrian Bender von Vontobel betont, dass sich die Marktstimmung im vergangenen Jahr deutlich verbessert habe. „Das Narrativ der ‚harten Landung‘, das im Frühjahr 2025 die Märkte dominierte, ist weitgehend verschwunden und wurde durch deutlich konstruktivere Aussichten ersetzt“, so Bender. Der Experte hebt hervor, dass die Schwellenländer diesem neuen Zyklus dank der Stärkung ihrer makroökonomischen Fundamentaldaten aus einer solideren Position als in früheren Phasen entgegensehen. „Viele Länder haben ihre Grundlagen deutlich gestärkt…“ Read More
