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Eine Religion auf der Suche nach Gott

Das Spiel sollte in Quito, Ecuador, stattfinden, aber am Vortag war die Mutter des Schiedsrichters gestorben, und viele befürchteten, dass das Match verschoben werden könnte. Doch der Schiedsrichter, nennen wir ihn Pepe, beschloss, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Vor dem Anpfiff wurde eine Schweigeminute zu Ehren der Verstorbenen abgehalten, während der Präsident der Heimmannschaft den Professionalismus und das Pflichtbewusstsein des trauernden Schiedsrichters lobte. Die Fans applaudierten gerührt. Fünfzehn Minuten nach Spielbeginn erzielte die Heimmannschaft ein Tor, doch der Schiedsrichter erkannte es wegen Abseits nicht an. Da erhob sich das ganze Stadion und rief im Chor: „Pepe / du Schwuchtel / Hurensohn-Waise!“

Diese Geschichte ist in einem der Bücher enthalten, die die Geschichte des Fußballs geprägt haben: „Fußball – Im Schatten und im Licht“ (1995, auf Griechisch erschienen im Verlag Papyros) von Eduardo Galeano. Der uruguayische Schriftsteller war leidenschaftlich dem Fußball verbunden. Wenn die Weltmeisterschaft begann, schloss er sich zu Hause ein und kam erst wieder heraus, wenn sein Land ausgeschieden war. „Ich bin nichts weiter als ein Bettler des guten Fußballs“, schreibt er. „Ich reise um die Welt, mit einem Sombrero in der Hand, und flehe in den Stadien Gott um ein gutes Spiel an.“

Drei Jahre zuvor war in England „Fever Pitch“ erschienen (auf Griechisch im Verlag Ellinika Grammata), in dem Nick Hornby seine krankhafte Liebe zum FC Arsenal schilderte und eine fast philosophische Frage stellte: Warum unterstützt jemand eine Mannschaft? Was bringt einen Menschen dazu, an einem Mittwochnachmittag die Grenze zu überqueren, um ein Zweit- oder Drittligaspiel zu sehen? Eine der Antworten, die der britische Autor gibt, ist, dass Fußball – „eine Religion auf der Suche nach einem Gott“ – … Read More

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