Morgen wird der Fokus nicht nur auf dem institutionellen Bereich von Real Madrid liegen, sondern auch auf einer Analyse, die über das rein Sportliche hinausgeht. Der Verein hält Wahlen ab, die weit über den Fußball hinausreichen. Die Welt der großen Geschäfte und des Spitzenfußballs in Spanien waren schon immer eng miteinander verbunden, sodass die Debatte rund um den Fußball oft auch zur Analyse der Unternehmensimperien derjenigen führt, die den Verein führen wollen. Im Mittelpunkt dieses Schnittpunkts steht Enrique Riquelme, Präsident von COX, dessen Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen bei Real Madrid ihn in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt hat, sowie der derzeitige Präsident der ACS-Gruppe. Obwohl der Markt beide Unternehmen allgemein dem Makrosektor Ingenieurwesen und Infrastruktur zuordnet, agieren die ACS-Gruppe und COX nach grundlegend unterschiedlichen Philosophien und operativen Dynamiken. Die Strategie jedes Unternehmens entspricht einem völlig unterschiedlichen Reifegrad der jeweiligen Firma. Experten von XTB betonen, dass der Größenunterschied zwischen dem Giganten ACS und dem aufstrebenden COX in absoluten Zahlen enorm ist, weshalb Analysten die Leistung beider Unternehmen relativ bewerten müssen, um den jeweiligen Dynamiken gerecht zu werden.
Florentino und sein Imperium mit ACS
Um einen fairen Vergleich zu ermöglichen, vergleichen Analysten die Vermögenslage von Florentino Pérez im Jahr 2000, als er erstmals gegen Lorenzo Sanz die Präsidentschaft von Real Madrid gewann, mit der heutigen Position von Enrique Riquelme. Im Jahr 2000 lag die Marktkapitalisierung von ACS bei etwa 1,8 Milliarden Euro, ein Wert, der konzeptionell sehr nahe an den heutigen 1,15 Milliarden Euro von COX liegt. Die große Überraschung zeigt sich bei der Eigentümerstruktur: Zu Beginn des Jahrhunderts kontrollierte Florentino Pérez einen deutlich geringeren direkten Anteil an ACS als Riquelme heute an COX besitzt. Bereinigt um die Inflation entspricht das Börsenvermögen von Florentino Pérez im Jahr 2000 heute etwa 164 Millionen Euro. Riquelme hingegen geht mit über 700 Millionen Euro, die an der Börse gebunden sind, mit einem weitaus größeren persönlichen finanziellen Rückhalt in die Wahl als der heutige mächtige Präsident von ACS zu Beginn seiner Zeit beim Verein.
Unterschiedliche Investorenprofile
Trotz der soliden Fundamentaldaten von COX und seiner überlegenen operativen Margen bewertet der Markt ACS derzeit mit deutlich höheren Bewertungsmultiplikatoren und ermöglicht dem Unternehmen eine beachtliche Bewertungsprämie. Dieser Unterschied ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Markt die klare strategische Ausrichtung von ACS auf den Boom der KI-Rechenzentren unterstützt und auf ihre bewährte und unübertroffene Fähigkeit setzt, Buchgewinne in echten Cashflow umzuwandeln. Ebenso spielen die Sichtbarkeit und Institutionalisierung beider Unternehmen eine wichtige Rolle. Read More
